Die Lage

Dokumentarfilm / Deutschland / 2012 / 73′

  • Buch:Thomas Heise
  • Regie:Thomas Heise
  • Kamera:Peter Badel, Robert Nickolaus, Maxim Wolfram
  • Schnitt:Mike Gürgen
  • Vertrieb:Deckert Distribution
  • Festivals:Berlinale 2012, Visions du Réel 2012, Crossing Europe FF Linz 2012, Era New Horizons FF Wrocław 2012

Hüben sich die Augenlieder,
Durch die Muskeln, selbst nicht auf,
Sondern süncken immer wieder,
(Ach man achte doch darauf!)

Wie erbärmlich würd’ es lassen,
Wenn man sie mit Händen fassen,
Und erst aufwärts schieben müst’!
Mercks, verstockter Atheist!

(Barthold Heinrich Brockes, 22.9.1680 – 16.1.1747)

Die Autobahn wird gesperrt. Mobile Zäune zerschneiden die Landschaft. Hubschrauber sondieren die Lage über Maisfeldern und frisch gepflügtem Äckern. Mobile Toiletten stehen in Reihen am Waldesrand und zu kompakten, rechteckigen Einheiten zusammengefasst auf freiem Feld. Polizei steht davor. Hubschrauberlandeplätze sind angelegt, Straßen durch die Landschaft gezogen, Sendemaste errichtet und Container zur Büroeinheit “Lage” gestapelt. Bühnen werden gebaut. Polizeischüler marschieren hin und her. Die Ministerpräsidentin und ihr Mann proben unter Anleitung auf dem Roten Teppich vor einer Gangway ins Nichts das Protokoll, die Fahrzeugkolonne die Fahrt der VIPs durch die gesperrten Straßen der Stadt. Hubschrauber 1-6 stehen bereit. Was geschieht?
Das Wort “Lage” kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet eine “liegende Lauerstellung.” Es liegt etwas vor. “Eine militärische, eine polizeiliche, eine Sicherheitslage: Die Situation eines militärischen Verbandes in Bezug auf seine Umwelt. Die Gesamtschau der Bedrohung staatlicher Organe oder die Einschränkung der Inneren Sicherheit. Eine Situation, in der von der Polizei ein Handeln gefordert ist, Faktoren und Gegebenheiten im Rettungswesen, die Schadensereignisse und Schadensabwehr beschreiben.”

Der Film DIE LAGE erzählt von derselben im September 2011, als Papst Benedikt XVI in Verwirklichung seiner Pläne zur Neuevangelisation auch Deutschland besucht, in Thüringen die Stadt Erfurt und ein Gelände im Eichsfeld. Die Lage dort ist entsprechend. Wenige Wochen später verkündet der Papst im Petersdom seinen Entschluss, ein “Jahr des Glaubens” auszurufen, das am 11. Oktober 2012 beginnen wird. “Es wird dies ein Moment der Gnade und des Einsatzes für eine immer vollständigere Umkehr zu Gott sein, um unseren Glauben an ihn zu stärken und ihn mit Freude dem Menschen unserer Zeit zu verkünden.”

Gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung und German Film.

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